Wer organisiert die Fahrt nach der Entlassung?
Die Anfrage kann von der Patientin oder dem Patienten, von Angehörigen, der Station oder dem Entlassmanagement kommen. Entscheidend ist, dass eine erreichbare Kontaktperson benannt wird und alle Beteiligten denselben Stand haben.
Das Krankenhaus kann im Entlassmanagement eine Krankenbeförderung verordnen, wenn sie für die Versorgung unmittelbar nach der Entlassung erforderlich ist. Ob sitzend, im Rollstuhl, liegend, mit Tragestuhl oder als qualifizierter Krankentransport gefahren werden muss, beurteilt die verordnende Stelle. Nusi Care führt nur geplante Krankenfahrten ohne medizinisch-fachliche Betreuung durch.
Welche Fahrtart ist nach dem Krankenhaus passend?
Die Fahrtart richtet sich nicht allein danach, wie lang der Klinikaufenthalt war. Wichtig sind der aktuelle Zustand, die Sitz- und Gehfähigkeit, ein Rollstuhl, eine angeordnete liegende Beförderung und der Weg am Ziel.
| Situation bei Entlassung | Vor der Buchung klären |
|---|---|
| Person kann sicher sitzen und wenige Schritte gehen | sitzende Krankenfahrt kann passen |
| Person bleibt im eigenen Rollstuhl | Rollstuhltyp, Maße und Gewicht sowie passendes Fahrzeug klären |
| Person kann sitzen, aber keine Treppen bewältigen | Tragestuhl und Treppenverlauf vorab prüfen |
| Person kann oder darf nicht sitzen | geplante Liegendfahrt ohne Betreuung oder KTW medizinisch klären |
| Medizinische Betreuung oder besondere KTW-Ausstattung ist nötig | qualifizierten Krankentransport organisieren |
| Akute Verschlechterung oder Notfall | nicht entlassen beziehungsweise sofort medizinisches Personal oder 112 einschalten |
Die grundlegende Abgrenzung erklärt der Ratgeber Krankentransport oder Krankenfahrt?.
Welche Angaben braucht der Fahrdienst?
- Name der fahrenden Person und erreichbare Rückrufnummer
- Krankenhaus, Station, Gebäude und vereinbarter Abholpunkt
- Tag sowie realistisches Zeitfenster der Abholbereitschaft
- vollständige Zieladresse und Ansprechpartner am Ziel
- Fahrtart: sitzend, Rollstuhl, Tragestuhl oder liegend
- Rollstuhlmaße beziehungsweise Etage, Aufzug und Treppenverlauf
- Begleitperson, Rollator und Gepäck
- Verordnung, Genehmigung und Zuzahlungsbefreiung, soweit relevant
Sagen Sie bei einer Fahrt nach Hause auch, wer die Tür öffnet, ob ein Schlüssel verfügbar ist und ob die Person nur bis zur Haustür oder bis zu einem vereinbarten Übergabepunkt begleitet werden soll. Bei einer Fahrt in eine Pflegeeinrichtung braucht der Fahrdienst den richtigen Eingang und eine erreichbare Ansprechperson.
Wann sollte die Fahrt bestellt werden?
Eine Anfrage kann gestellt werden, sobald Entlasstag, Ziel und voraussichtliche Fahrtart absehbar sind. Die endgültige Abholzeit sollte aber an die tatsächliche Abholbereitschaft geknüpft sein: Entlassgespräch beendet, notwendige Unterlagen und persönliche Sachen bereit, medizinische Freigabe erfolgt.
Wenn die Uhrzeit offen ist, vereinbaren Station und Fahrdienst einen eindeutigen Rückmeldeweg. Eine ungefähre Aussage wie irgendwann am Nachmittag reicht für Rollstuhl-, Tragestuhl- oder Liegendfahrten oft nicht, weil Fahrzeug und Team passend eingeplant werden müssen.
Was muss am Abholtag bereitliegen?
- Verordnung einer Krankenbeförderung, falls ausgestellt
- Genehmigung der Krankenkasse, falls im konkreten Fall erforderlich
- Versichertenkarte und gegebenenfalls Zuzahlungsbefreiung
- persönliches Gepäck und benötigte Mobilitätshilfen
- Entlassunterlagen für die Patientin, den Patienten oder die weiterbehandelnde Stelle
- Kontaktdaten der Person, die die Ankunft zu Hause oder in der Einrichtung übernimmt
Medikamente, medizinische Unterlagen und Entlasshinweise werden von Klinik und Patientin beziehungsweise Patient organisiert. Der Fahrdienst übernimmt keine medizinische Kontrolle dieser Unterlagen und keine medizinische Betreuung während der Fahrt.
Was gilt für Verordnung und Kostenübernahme?
Eine Entlassung macht nicht jede beliebige Fahrt automatisch zur Kassenleistung. Die Beförderung muss im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse zwingend medizinisch notwendig sein und das medizinisch notwendige Beförderungsmittel muss passend angegeben sein.
Nach der Krankentransport-Richtlinie können Krankenhäuser im Entlassmanagement eine Krankenbeförderung verordnen. Ob eine vorherige Genehmigung nötig ist, hängt von Behandlungszusammenhang und Beförderungsmittel ab. Lassen Sie unklare Fälle vor der Fahrt von Klinik oder Krankenkasse bestätigen. Mehr zur Kostenfrage steht unter Wer zahlt den Krankentransport?.
Checkliste für Angehörige
- Station fragen, wann die Person wirklich abholbereit sein wird.
- Medizinisch erforderliche Fahrtart und Verordnung klären lassen.
- Fahrdienst mit Station, Ziel, Mobilität, Treppen und Kontaktperson anfragen.
- Kassenweg und mögliche Zuzahlung vor der Fahrt prüfen.
- Zugang und Ansprechpartner am Ziel sicherstellen.
- Änderungen sofort an Station, Fahrdienst und Zielkontakt weitergeben.
Wann ist Nusi Care nicht die richtige Stelle?
Nusi Care ist kein Rettungsdienst und bietet keine medizinisch-fachliche Betreuung während der Fahrt. Bei akuter Verschlechterung informieren Sie sofort das Klinikpersonal; außerhalb der Klinik gilt im Notfall 112. Wenn die Klinik einen KTW vorgibt, muss ein qualifizierter Krankentransport organisiert werden.
Amtliche Quellen und Stand
Geprüft am 3. September 2026 anhand der Krankentransport-Richtlinie des G-BA, insbesondere zu Entlassmanagement, Genehmigung und Inhalt der Verordnung, sowie der KBV-Information zur Krankenbeförderung.
